Rioja Wein hat eine über tausend Jahre alte Geschichte und ist einer der bekanntesten Rotweine der Welt. La Rioja ist die Region, die dem Wein sein unverwechselbares Profil gibt. Die Weinberge ziehen sich vom Ebro-Tal bis in die Höhenlagen der Rioja Alavesa, verteilt über drei Provinzen. Das Klima ist atlantisch und mediterran zugleich, und die Böden sind kalkhaltig. Beide Faktoren geben den Weinen ihren einzigartigen Charakter. Die Hauptrebsorte ist Tempranillo, die manchmal auch durch regionale Sorten ergänzt wird. Je nach Lese reifen die Weine im Eichenfass und gewinnen dadurch an Tiefe und Harmonie.
Ein Rioja Wein ist mit der sogenannten Denominación de Origen Calificada, kurz DOCa Rioja versehen. Das ist die höchste Qualitätsstufe, die eine spanische Weinregion erreichen kann. Sie wurde 1991 verliehen und steht für ein striktes Kontrollsystem – vom Weinberg bis zur abgefüllten Flasche.
Die Reifegrade im Überblick
Es gibt verschiedene Reifegrade, die in vier Kategorien aufgeteilt werden:
- Joven: Der junge Rioja Wein: kein oder nur kurzer Holzkontakt, fruchtig und zugänglich.
- Crianza: mindestens zwei Jahre Reife, davon ein Jahr im Fass.
- Reserva: mindestens drei Jahre Reife, davon ein Jahr in Eichenholz.
- Gran Reserva: mindestens fünf Jahre Reifezeit, davon 18 Monate im Fass. Besonders ist auch, dass die meisten Erzeuger ihn nur in besonders guten Jahrgängen produzieren.
Bezüglich der Rebsorten spielen neben Tempranillo auch Garnacha, Mazuelo und Graciano eine Rolle. Sie werden gern als Verschnittsorten eingesetzt, um Tiefe, Farbe oder Struktur zu ergänzen. Weinkenner bevorzugen generell die reinen Tempranillo-Weine, andere mögen die Komplexität von Cuvées.
Übrigens gibt es auch weißen Rioja Wein, der aus Viura, Malvasía oder Garnacha Blanca hergestellt wird. International sind sie eher weniger bekannt, werden aber für ihre frische und kräuterwürzige Art bei Weißweintrinkern sehr geschätzt.
So kauft man Rioja Wein richtig
Wer ganz neu in die Welt des Rioja Weins einsteigt, fährt normalerweise mit einem Crianza am besten. Er ist nicht so teuer wie ein Reserva oder Gran Reserva, hat aber den Vorteil, dass er ebenfalls schon eine ganze Weile im Fass gereift ist und sehr deutlich zeigt, wofür ein guter Rioja Wein steht.
Ein Reserva ist da schon eine Stufe komplexer, und man muss tiefer ins Portemonnaie greifen. Wenn man schon ein wenig Rioja Wein-Erfahrung hat und weiß, dass einem der Stil gefällt, lohnt es sich, auf diese nächste Stufe überzugehen.
Den Gran Reserva kauft man eher, wenn man etwas Besonderes sucht oder den Wein für eine besondere Gelegenheit erst einmal im Keller oder im Weinregal lagern möchte.
Ein junger Rioja Wein ohne Reifebezeichnung ist die günstigste Variante. Er ist perfekt als Hauswein beim Abendessen oder als kleiner Absacker am Ende des Tages, wenn man einen frischen und unkomplizierten Wein trinken möchte. Die Tiefe und Eleganz, die Rioja Weine eigentlich ausmachen, fehlen ihm, deshalb ist er mit seiner Leichtigkeit auch eine gute Alternative zu Weißwein.
Rioja Wein in der Küche
Ein Rioja Wein wird nicht nur gerne zum Anstoßen oder aus purem Genuss getrunken, sondern auch am Tisch mit Gerichten, die in Begleitung eines guten Rotweins ihr ganzes geschmackliches Potential entfalten können.
In Spanien sind es Klassiker wie gegrilltes Lammfleisch, Zicklein oder Spanferkel, Ibérico-Schinkenplatten oder gereifter Manchego-Käse. Die iberische Genusskultur ist umfangreich, kann aber problemlos auch auf andere Länder übertragen werden. Ein gutes Steak, ein winterliches Wildgericht oder Schweinespezialtäten harmonieren perfekt mit einem Rioja Wein.