Österreich ist klein, aber gut angebunden. Neben Wien gibt es fünf weitere Flughäfen im Land, und mit Bratislava und München liegen zwei große Alternativen direkt vor der Grenze. Wer billige Flüge nach Österreich oder ab Österreich sucht, hat also mehr Möglichkeiten, als viele denken. Entscheidend ist, die Flughäfen nicht isoliert zu betrachten, sondern immer gemeinsam mit der Anreise und der Reisezeit.
Wien: das größte Angebot
Der Flughafen Wien-Schwechat ist mit Abstand der wichtigste Flughafen des Landes. Hier starten und landen sowohl Netzwerk-Airlines als auch mehrere Billigfluggesellschaften, die viele europäische Städte direkt anfliegen. Für Städtereisen, Badeurlaub am Mittelmeer oder Langstrecken über die großen Drehkreuze ist Wien deshalb fast immer der erste Vergleichspunkt.
In die Innenstadt kommen Sie auf mehreren Wegen. Der City Airport Train fährt ohne Halt nach Wien Mitte, die S-Bahn nimmt dieselbe Strecke etwas langsamer, ist dafür aber deutlich günstiger. Dazu kommen ÖBB-Railjets direkt vom Flughafen in andere Landesteile. Wer mit kleinem Budget reist, sollte diesen Unterschied kennen, denn auch der Transfer gehört zum Gesamtpreis.
Salzburg, Innsbruck und die kleineren Flughäfen
Salzburg und Innsbruck sind vor allem im Winter gefragt, wenn Charterflüge Skiurlauber aus ganz Europa in die Alpen bringen. Für Gäste aus Großbritannien, Skandinavien oder den Niederlanden sind diese Verbindungen oft ideal, weil die Skigebiete dann nur eine kurze Transferfahrt entfernt sind. Außerhalb der Wintersaison ist das Angebot deutlich kleiner.
Graz, Linz und Klagenfurt haben ebenfalls Linienverbindungen, allerdings meist über Drehkreuze wie Frankfurt, München oder Wien. Für Reisende aus diesen Regionen ist der eigene Flughafen bequem, aber nicht immer der günstigste.
Bratislava und München als Alternativen
Viele Wienerinnen und Wiener kennen den Trick bereits: Der Flughafen Bratislava liegt nur rund 60 Kilometer von Wien entfernt, und Busse verbinden die beiden Städte in etwa einer Stunde. Von dort fliegen vor allem Billigairlines zu Zielen in ganz Europa, häufig zu sehr niedrigen Preisen. Ein kleiner Nachteil sind die selteneren Abflugzeiten auf manchen Strecken.
Für den Westen Österreichs ist München oft die bessere Wahl. Von Salzburg und Innsbruck ist der Münchner Flughafen mit Zug oder Bus in wenigen Stunden erreichbar, und das Streckennetz ist deutlich größer. Wer in Vorarlberg lebt, sollte zusätzlich Zürich im Blick behalten. Rechnen Sie aber immer die Anreise mit: Ein Flug, der 40 Euro billiger ist, lohnt sich nicht, wenn Zugticket und Zeitaufwand den Vorteil wieder aufheben.
Die Flugabgabe verstehen
Ein Grund, warum Abflüge aus dem Ausland manchmal günstiger sind, ist die österreichische Flugabgabe. Seit September 2020 werden für jeden Passagier, der von einem österreichischen Flughafen abfliegt, 12 Euro fällig, bei Strecken unter 350 Kilometern sogar 30 Euro. Die Abgabe ist im Ticketpreis bereits enthalten, macht aber gerade bei sehr billigen Flügen einen spürbaren Anteil aus. Bei einer Hin- und Rückreise ab Wien zahlen Sie sie also einmal, für den Rückflug aus dem Ausland fällt sie nicht an.
Die günstigste Reisezeit
Die Preise folgen in Österreich mehreren Spitzen. Im Winter sind die Weihnachtsferien und die Semesterferien im Februar besonders gefragt, im Sommer die Monate Juli und August. Dazu kommen Ostern und die verlängerten Wochenenden rund um Feiertage wie Christi Himmelfahrt oder Fronleichnam.
Für Städtereisen ab Wien sind November (abseits der Adventwochenenden), Jänner und März meist günstig. Für Badeurlaub im Süden lohnen sich Mai, Juni, September und Oktober, wenn das Wetter am Mittelmeer noch angenehm ist und die Preise sinken. Flüge unter der Woche sind häufig billiger als am Freitag oder Sonntag.
Flexibel suchen, klug buchen
Wer statt fester Daten einen ganzen Monat durchsucht und mehrere Abflughäfen vergleicht, findet fast immer günstigere Optionen. Für Ziele ohne Direktverbindung kann eine Kombination zweier Fluggesellschaften preiswerter sein als die übliche Umsteigeverbindung. Suchmaschinen, die solche Kombinationen automatisch anzeigen, machen es leichter, passende Flüge ab Wien, Bratislava oder München in einer Suche zu vergleichen. Reisen Sie mit getrennten Tickets, planen Sie zwischen den Flügen genug Zeit ein, vor allem wenn Sie Ihr Gepäck abholen und neu aufgeben müssen.
Setzen Sie außerdem Preisalarme für Ihre Wunschstrecken und legen Sie ein Budget fest. Für die Hauptsaison zahlt sich frühes Buchen meist aus, während Last-Minute-Angebote eher in ruhigen Monaten auftauchen.
Nebenkosten nicht unterschätzen
Billigfluggesellschaften schließen meist nur ein kleines Gepäckstück unter dem Sitz ein. Handgepäckkoffer, aufgegebenes Gepäck und Sitzplatzwahl kosten extra und sind bei der Buchung deutlich günstiger als am Flughafen. Wer zum Skifahren fliegt, sollte auch die Gebühren für Sportgepäck vorab prüfen, die je nach Airline stark variieren.
Ihre Rechte als Fluggast
Gerade bei günstigen Tickets lohnt es sich, die eigenen Rechte zu kennen. Nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung 261/2004 steht Ihnen bei einer Ankunftsverspätung von mindestens drei Stunden oder einer kurzfristigen Annullierung je nach Flugstrecke eine Entschädigung von 250, 400 oder 600 Euro zu, außer die Airline kann außergewöhnliche Umstände nachweisen. Bei getrennt gebuchten Tickets gilt dieser Schutz allerdings nur für den jeweiligen Flug, nicht für einen verpassten Anschluss bei einer anderen Gesellschaft. Großzügige Umsteigezeiten sind deshalb die beste Versicherung.
Mit dem richtigen Abflughafen, der passenden Reisezeit und einem Blick auf alle Nebenkosten lassen sich billige Flüge ab und nach Österreich zuverlässig finden. Das Ersparte reicht dann vielleicht für ein zusätzliches Abendessen am Urlaubsort oder einen weiteren Tag auf der Piste.