In vielen Haushalten schlummern noch jahrelang Ringe und Ketten, einzelne Ohrringe, kaputte Armbänder, geerbte Münzen oder Zahngold in der Schublade. Der Fehler beginnt oft bei der ersten Einschätzung. Was schwer und glänzend ist, muss nicht viel wert sein; kleine Stücke können durch ihren Feingehalt und ihr Gewicht viel mehr Materialwert haben als man denkt. Eine professionelle Wertermittlung ist also nicht erst beim Verkaufsentschluss nötig, sondern schon dann gerechtfertigt, wenn Herkunft, Legierung oder Marktwert mehr als unsicher sind.
Woran Laien den Wert von Gold falsch ablesen
Der häufigste Irrtum bezieht sich auf die Punzierungen. Zahlen wie 333, 585 oder 750 zeigen keine Modellreihe oder keinen Hersteller an, sondern den Goldanteil in Promille. 333 sind 33,3 Prozent Gold, 585 sind 58,5 Prozent, 750 sind 75 Prozent. 999 oder 1000 bedeutet nahezu reines Gold, wie etwa bei Barren und vielen Anlagemünzen. Und dieses kleine bisschen verändert schon den Materialwert enorm. Ein ähnliches Stück Schmuck kann in seiner Legierung also sehr unterschiedlich bewertet werden.
Falsch ist auch die Annahme, der Tagespreis für Feingold passt auf jedes Objekt. Die Verbraucherzentrale empfiehlt hier einen einfachen Rechenweg als Orientierung. Goldanteil aus der Gravur mal Gewicht in Gramm mal aktueller Goldpreis pro Gramm. Das ergibt einen Anhaltswert für den Materialwert, aber nicht automatisch den späteren Ankaufspreis.
Händler ziehen in der Regel Abschläge für Einschmelzkosten, Kursschwankungen und ihre Marge ab. Acht bis 15 Prozent sind dabei ganz normal. Umso wichtiger ist es, nicht direkt das erstbeste Angebot anzunehmen, sondern auf transparente Bewertungen zu achten.
Daher kann es ratsam sein, den Blick auch über Österreich hinaus zu richten und Angebote zu vergleichen. Beispielsweise mit einem spezialisierten Anbieter für Goldankauf in München, um ein besseres Gefühl für marktübliche Preise zu bekommen.
Wann sich eine professionelle Prüfung besonders lohnt
Gerade zu einer fachlichen Wertermittlung kommt man in drei Situationen. Erstens bei Nachlässen. Hier tummeln sich häufig Schmuck, Münzen und Zahngold bunt durcheinander. Zweitens bei beschädigten oder unvollständigen Stücken. Gerade Altgold wird häufig auf den Materialwert geschätzt, nicht auf seine Tragbarkeit. Drittens bei unklaren Münzen. Hier muss erst einmal festgestellt werden, ob es sich um Anlagemünzen oder um Sammlerstücke handelt. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass bei Barren und Anlagemünzen der Goldgehalt jeweils standardisiert und angegeben ist. Vor allem bei Münzen ist auch Vorsicht geboten, denn wer sie zu schnell nur als Schmelzgold betrachtet, läuft Gefahr, die Besonderheiten zu übersehen. Nicht jede Münze ist sammelwürdig, aber jede Münze sollte zunächst richtig eingeordnet werden.
Warum Zahngold und Bruchgold oft unterschätzt werden
Zahngold wird von Privatleuten leicht vergessen, weil man von Zusammensetzung und Wert keine preiswerte Vorstellung hat. Hier ist eine professionelle Analyse sinnvoll. Die Verbraucherzentrale macht darauf aufmerksam, dass Zahngold häufig aus verschiedenen Metallen zusammengesetzt ist und dass der Feingehalt professionell festgestellt werden sollte. Bei Bruchgold gilt Ähnliches. Beschädigte Ketten, einzelne Ohrringe oder verbogene Ringe verlieren für den Materialwert nicht gleich an Bedeutung, auch wenn sie als Schmuckstück kaum noch tragbar sind.
Wer solche Stücke unsortiert in einer Gesamtmenge abgibt, läuft Gefahr, eine grobe Mischkalkulation zu erhalten. Sinnvoller ist es, Schmuck, Münzen und Zahngold getrennt anzubieten. Das erleichtert die Prüfung und macht das Angebot transparenter.